federleicht – Leonie

Am nächsten Morgen biss ich nach vielen Jahren zum ersten Mal wieder in ein Stück Brot. Es war ungewohnt, etwas unheimlich und doch nicht ganz so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Mein Bauch platzte nicht gleich aus allen Nähten, und am nächsten Tag wog ich auch nicht gleich ein halbes Kilo mehr. Eine Hürde war überwunden und führte mich langsam zur nächsten. Ich versuchte ernsthaft, mich zu bessern und mir langsam ein Leben ohne Anorexie vorzustellen. Ein Leben in Frieden und vor allem in Gemeinschaft mit meiner wunderbaren Familie.
(Seite 87)

 

leonie federleichtInformationen
ISBN: 978-3-03763-025-9
Verlag: Wörterseh Verlag
Altersempfehlung: Ab 14
Format: Gebunden mit Schutzumschlag
Genre: Biografie
Seitenzahl: 184 Seiten
Erschienen: 2012
Preis: CHF 34.90

 

 

Sonne und Semesterferien lassen mich endlich wiedereinmal eine Buchrezension schreiben…

Die meisten kennen wohl das Gefühl vor dem Spiegel zu stehen und sich kritisch zu mustern mit dem darauffolgenden Beschluss etwas abzunehmen; schliesslich möchte man im neuen Sommerkleid nicht zu dick erscheinen. Man verzichtet auf kalorienreiches Essen und trinkt light-Produkte… Doch wann ist kalorienzählen nicht mehr „normal“ und wann ist wenig zu wenig? Der Übergang ist oftmals sehr unscharf und schwer zu erkennen. In ihrer Biografie federleicht erzählt Leonie darüber, wie sie in die Magersucht gelangte und über ihr Leben mit Anorexie nervosa. Leonie ist 12 Jahre alt, als sie die erste Diät beginnt und somit schlussendlich an Magersucht erkrankt. Das Thema Essen wurde zum Hauptthema innerhalb der Familie.

Eine enge Freundchaft verbindet Leonie zu ihrer Schwester Manon, welche im Verlauf des Buches immer wieder ihre Sichtweise beschreibt. Leonie erzählt von ihrer Kindheit, wie es zur Magersucht kam und über ihr Leben und ihre Emotionen, auf eine sehr offene und ehrliche Weise. Die Ausschnitte aus ihren Tagebucheinträgen, welche ab und zu im Buch enthalten sind, zeigen immer wieder ihre damals aktuellen Gedanken.

federleicht ist nicht das erste Buch, welches ich zum Thema Magersucht gelesen habe. Es ist ein unter vielen. Und doch, kann ich dieses Buch nicht mit den anderen vergleichen. Nicht dass es bei den anderen Büchern an Tiefgang oder Aussgekraft gefehlt hätte, nein, aber federleicht liefert nicht eine Reihe von Beschreibungen, wie man am Besten in kurzer Zeit möglichst viel Gewicht verliert, sondern zeigt deutlich die Schattenseiten vom Zu-Dünn-Sein in ehrlicher und unbeschönigten Weise auf, ohne Details auszulassen.

Ich habe zu diesem Buch nichts zu kritisieren, denn auch wenn ich Bücher mit mehr Seiten sehr schätze, wurde die Geschichte hier weder zu knapp, noch zu ausführlich erzählt. Ich habe das Buch innert zwei Tagen durchgelesen und es hat mich sehr berührt. Federleicht ist eine Biografie, welche ich sehr weiterempfehlen kann.

Wertung

Cover/Gestaltung: 4/5
Schreibstil: 5/5
Charaktere: 5/5
Spannung: 4/5
Überraschungseffekte: 2/5
Tiefgang: 5/5
Lesetempo: 5/5
Punkte gesamt: 30/35

Gesamtwertung

5 Sterne
(5 Sterne)

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